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Myanmar/Burma

Hatten wir da eben ein déjà-vu? Das Gerede kennen wir doch irgendwoher…

Also die allgemeine Überraschtheit darüber, dass Myanmar (”das-ehemalige-Burma”, immer dazu sagen, als ob jemand der nicht weiß was Myanmar ist, sich an Burma erinnern würde) eine fiese Militärdiktatur ist, die westliche Katastrophenhilfe für ihre eigenen Zwecke und/oder zur Propaganda missbraucht, oder ihre Bevölkerung am besten direkt ohne Hilfe ihrem Schicksal überlässt und ihr beim Verrecken wegen verseuchten Trinkwassers zusieht. (Das ist immerhin weniger aufwendig, zumal ein toter Myanmarer (?) keinen Aufstand mehr machen kann!)

Jedenfalls stellt sich immer wieder die Frage, was unsere geliebten Journalisten eigentlich für ein lustiges Weltbild haben — Und schon fällt uns doch auch schon wieder ein, an was und das ganze erinnerte: Nämlich an die allgemeine Überraschung darüber, dass es da ein Land namens Tibet gibt, was sich als Teil Chinas nur sehr bedingt wohl fühlt. Vielleicht liegt es das daran, dass die Meinungsmacher von heute damals vollkommen stoned in einer Ecke lagen, als Tibet chinesisch, und Burma eine Militärdiktatur wurde.

Jedenfalls sind wir alle gespannt auf die nächste Naturkatastrophe in beispielsweise Nordkorea. Vielleicht hängt dann an den Fahnenmasten in den liberalen Viertel unserer Städte neben der tibetischen und burmesischen auch noch die nord-koreanische Flagge. Das konnte ja auch niemand ahnen, dass das arme-arme Volk da auch keine Demokratie hat. Und das auch schon seit mehr als nem halben Jahrhundert!?

Um vielleicht derartigen Überraschungen vorzubeugen, kann man ja mal einen gewagten Blick hierauf riskieren. Obwohl es sich um eine amerikanische Organisation zu handeln scheint. Und es weiß ja wohl jeder, dass die USA in Sachen Außenpolitik viel weniger Ahung haben, als wir Europäer. Wir sind ja auch schon lange nicht mehr so doof versuchen anderen Ländern die Freiheit aufzuzwingen. Wir reagieren nur jedesmal bestürzt und regen uns künstlich auf, wenn wir wiedermal einen undemokratischen Staat irgendwo ausfindig gemacht haben, demonstrieren ein bisschen und verdrängen das Ganze dann wieder. Das würde die SPD pragmatische Außenpolitik nennen. Aber wer bitte nimmt das ernst?

~ von trismegiste am 16. Mai 2008.

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